Geschichte der Kirchengemeinde

Seit mehr als 1000 Jahren kommen Christen in Hildrizhausen zum Gottesdienst in der Nikomedeskirche zusammen. Ortsherren waren damals die Grafen von Hildrizhausen.
Ein im Jahr 1007 genannter Graf Hugo wird diesem Grafengeschlecht zugeordnet.
Um 1100 herum wurde die heutige, romanische Kirche erbaut.

 

 

Im Jahr 1165 wurde die – wohl bescheidene – Burg der Grafen zerstört. Da ihre Linie nach 1100 ausgestorben ist, wird die Burg zum Zeitpunkt ihrer Zerstörung nur noch eine eingeschränkte Bedeutung gehabt haben.

Die Christen am Ort wurden von den Geistlichen des Chorherrenstifts betreut, dessen Anfänge im Dunkeln liegen. Die Nikomedeskirche war in dieser Zeit eine Stiftskirche. 1439 wurde dieses Stift in das Stift Herrenberg eingegliedert. Um 1500 herum erlebte die Kirchengemeinde am Ort noch einmal eine Blütezeit. Die "Brüder vom gemeinsamen Leben", die im Herrenberger Stift verantwortlich waren, kümmerten sich um die Kirchen der angeschlossenen Orte. So bekam die Nikomedeskirche 1515 einen neuen – diesmal gotischen – Chor. Für das geistliche Leben ließen die Brüder ein Chorgestühl anfertigen, das 1529 fertiggestellt wurde und heute noch in der Kirche steht.

1534 wurde Herrenberg und damit auch Hildrizhausen evangelisch.
Es dauerte noch einige Jahre, bis ein evangelischer Pfarrer in Hildrizhausen wohnte. Aber spätestens 1540 war es soweit. 1610 wurde für die Pfarrfamilie das heutige Pfarrhaus erbaut. Einer der ersten Bewohner des Hauses war Pfarrer Bartholomäus Eiselin, der um 1620 eine Chronik verfasste.

Immer wieder reagierten Christen aus Hildrizhausen auf die sozialen Herausforderungen ihrer Zeit. So gründete Pfarrer Gustav Fischer 1913 die Herrenberger Schwesternschaft. 1935 eröffnete die Kirchengemeinde wieder einen Kindergarten, den es seit dem Ende des ersten Weltkrieges nicht mehr gegeben hatte. In jüngster Zeit hat die Kirchengemeinde einen Diakoniefond eingerichtet, der in Einzelfällen bei finanziellen Notlagen unbürokratisch helfen kann.

Zur Kirchengemeinde gehören heute 1650 Evangelische.